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Psychose-Gefahr

Projektion eines Feindbildes

Jedes System, das wegen innerer Zerrissenheit vom Untergang bedroht wird, projiziert den Feind nach außen. Das passiert im Kleinen wie im Großen so, sowohl bei einzelnen Menschen, als auch bei einzelnen Ländern oder Zusammenschlüssen von Staaten.

Die Projektion gehört in der Psychoanalyse zu den „primitiven Abwehrmechanismen“, d.h. entwicklungsmäßig zu den ersten „Bollwerken“ des Systems. Je schwächer das eigene ICH, umso stärker wird die Projektion bemüht, um die innere Angst vor dem eigenen Zerfall noch zu bewältigen. Obwohl wir alle die Projektion gut kennen, kommt sie in krankhafter Weise bei den sogenannten „frühen seelischen Störungen“ vor, z.B. bei Psychotikern und Borderline-Persönlichkeiten (den Grenzgängern zwischen Psychose und Neurose).

Den Feind im Inneren nur zu erahnen, kann eine lähmende Angst bis zur Handlungsunfähigkeit produzieren. Da kann der Trick lebensrettend sein, ihn nach außen zu denken, auch wenn es natürlich eine Illusion ist. Trotzdem wird dann immer mehr Energie in dieses Gedankenkonstrukt investiert. Es werden weitere Begründungen für die noch schwache Überzeugung erdacht. Die Leugnung der Wahrheit wird immer mehr perfektioniert bis auch die eigene Sichtweise so verändert ist, dass man nur noch das sieht, was zum eigenen Gedankensystem passt.

Es entsteht ein Wahnsystem, zu dessen Definition es gehört, dass es nicht mehr durch die eigene Vernunft korrigierbar ist. Man hat sich mit Bravour selbst überlistet und ist zum Opfer der eigenen Angst und deren Abwehr geworden.

Die Heilung des Wahns

mag im Kleinen, bei einzelnen Menschen oft gut gelingen. Damit haben wir in der Psychiatrie viele gute Erfahrungen gesammelt.
gauckDoch was geschieht im Großen, mit einzelnen Staaten oder Staatenbündnissen? Was tun, wenn Regierungen langsam psychotisch werden und ihr paranoides Wahnsystem immer mehr ausbauen? Die Gedankenkonstrukteure sind in diesem Fall die Medien, die die Massenprojektion auf den äußeren Feind heraufbeschwören. Auch die Sichtweise der Massen lässt sich mit gezielten Fotos und Filmen gut dahin zurechtbiegen.

Da sind nun die Staatsbürger gefragt. Gefragt in ihrem kritischen Denken, gefragt die Wahrheit auf die Prüfschale zu legen, gefragt genau hinzugucken, gefragt den Blick vom äußeren Feind wieder in das innere System zu lenken.

Jeder sollte im Inneren nach der Quelle des eigenen Unfriedens suchen und sie heilen, um nicht mit der Massenprojektion in Resonanz zu gehen. Wir alle sind gefragt, diese Staatspsychose zu heilen.